Die KI ist verfügbar - die Herausforderung ist die produktive Nutzung. Das ist, pointiert formuliert, der Tenor in der aktuellen Diskussion um KI in (Bildungs-)Organisationen. Der aktuelle Work Trend Index Report von Microsoft greift diesen Punkt auf. Er verknüpft KI mit dem Thema “Neue / veränderte Betriebsmodelle”. Eingeführt wird dies von Karim Lakhani (Harvard University) im Vorwort und ausgeführt wird diese im Bericht mit der Analyse von begünstigenden / hemmenden Faktoren für die Nutzung von KI.
Im Vorwort zur diesjährigen Ausgabe des Microsoft Work Trend Index Reports 2026 liefert Karim Lakhani (Harvard Business School) einen Rahmen für die Einordnung der Ergebnisse: es geht nicht so sehr um neue KI-Werkzeuge (GenKI & KI-Agenten). Vielmehr geht es um veränderte Betriebsmodelle auf der Grundlage dieser neuen Werkzeuge.
(…) the most consequential change under way is not simply the adoption of new tools. It is the emergence of a new operating model. (…) As AI moves from assisting with isolated tasks to participating in workflows across functions and systems, leaders must rethink the fundamental design of the enterprise. Work is no longer organized only around people, processes, and applications. Increasingly, it is organized across people, agents, and the systems that connect them. The central task of leadership, therefore, is shifting from deploying technology to leading and enabling their teams to redesign work and processes. (…) the firms that will benefit most from AI are unlikely to be those that simply accumulate the largest number of tools or pilots. They will be the ones that build operating models capable of turning local gains into institutional advantage. Karim Lakhani, Microsoft Work Index Trend Report 2026, S. 3-4
Für die Studie wurden zwischen Februar und April 2026 ca. 20’000 Wissensarbeiter:innen aus 10 Regionen (u.a. Australien, Brasilien, Deutschland, Japan, UK, USA) befragt und Daten von Microsoft 365 telemetry (aggregierte und anonymisierte Nutzungsdaten aus Microsoft 365) analysiert.
Die dominierenden Nutzungsszenarien werden aggregiert in Analysen, Argumentationen und Entscheidungsvorbereitung, Interaktion und Kommunikation mit anderen, Erzeugen von Dokumentationen und Sammlung von Informationen (Abb. 1).
Abb. 1: Wichtige Formen der Nutzung von Copilot Chat (Bildquelle: Microsoft 2026)

Auf der Grundlage der erhobenen Daten formulieren die Autor:innen der Studie die These, dass die einzelnen Mitarbeitenden in der Tendenz dazu bereit sind, auf der Grundlage der neuen Arbeitswerkzeuge ihre Arbeitsweise tiefgreifend zu verändern. Dem stehen aber häufig organisationale Rahmenbedingungen gegenüber (etablierte Normen, Leistungsmetriken, und Anreizstrukturen), die einer tiefgreifenden Veränderung entgegenstehen.
Die Autor:innen haben untersucht, welche Faktoren den “impact” der Nutzung von KI beeinflussen. Unter “impact” subsumieren sie dabei verschiedene Wahrnehmung der Beschäftigten: kreativer zu sein, eine breitere Palette von Aufgaben zu bearbeiten, qualitativ bessere Arbeitsentwürfe zu liefern, die Arbeitssituation unter Kontrolle zu haben und verbesserte Karriereperspektiven zu haben. Dabei zeigte sich, dass die organisationalen Rahmenbedingungen einen deutlich stärkeren Einfluss haben als individuelle Einstellungen und Motivationen (Abb. 2).
Abb. 2: Faktoren, die zur Wirksamkeit (”impact”) von KI beitragen (Bildquelle: Microsoft 2026)
