KI-Agenten sind eine Weiterentwicklung generativer KI: Sie antworten nicht nur, sondern können selbstständig handeln. Die Investitionen in diese Technologie sind gross, die Erwartungen an die damit verbunden Verbesserungspotenziale ebenso. Diese Entwicklungen sind für L&D / PE aus zwei Gründen relevant: die Verbreitung von agentischer KI führt zu (1) Veränderungen bei Arbeitsabläufen und Kompetenzerfordernisse ganz allgemein und (2) neuen Möglichkeiten der Umsetzung von Bildung und Personalentwicklung.


Von KI-Chatbots zu KI-Agenten

Agenten erledigen Arbeit im Auftrag von anderen. KI-Agenten tun dies, indem sie auf große Sprachmodelle zurückgreifen. KI-Agenten sind etwas anderes als KI-Chatbots. Während KI-Chatbots reaktiv sind und auf eine Eingabe (Prompt) hin Text, Bilder oder Computer-Code erzeugen, sind KI-Agenten proaktiv und sie können über angebundene Werkzeuge Veränderungen in der realen Welt auslösen. Beispielsweise, indem sie Einträge in einer Datenbank aktualisieren oder im Internet eine kostenpflichtige Bestellung tätigen.

Unternehmen und Organisationen erhoffen sich durch die Einführung und Nutzung agentischer KI ein grosses Verbesserungspotenzial - vor allem im Hinblick auf Prozessbeschleunigungen und Kostenreduktionen. Marktanalysten erwarten in den kommenden Jahren ein sehr starkes Wachstum bei den Investitionen in agentische KI (z.B. FortuneBusinessInsights 2025).

Herausforderungen für L&D / PE

Diese Entwicklungen sind für Learning & Development bzw. für die Personalentwicklung aus zwei Gründen relevant:

  1. Mit den Entwicklungen im Bereich der agentischen KI verändern sich Arbeitsabläufe und Kompetenzerfordernisse in der Belegschaft. Dies gilt es entsprechend zu begleiten und zu unterstützen.
  2. Mit den Entwicklungen im Bereich der agentischen KI ergeben sich aber auch neue Möglichkeiten, die Leistungsprozesse im Bereich L&D / PE umzusetzen. Dies betrifft Bedarfsanalyse und konzeptionelle Arbeit ebenso wie die Entwicklung von Materialien und die Durchführung von Programmen (inklusive Wirkungsmessung) und nicht zuletzt auch Aufgaben im Bereich Kommunikation und Administration.

Themen der SCIL Entwicklungspartnerschaft 2026

Im Rahmen der SCIL Entwicklungspartnerschaft 2026 ist diese Woche eine Gruppe von Fachpersonen aus den Bereichen HR, L&D / PE sowie IT in die Arbeit an den damit verbundenen Herausforderungen eingestiegen. Die Fachpersonen repräsentieren die Unternehmen bzw. Institutionen Helvetia Baloise, Post-CH, SKJV, SBB und Swisscom. In den nächsten neun Monaten werden wir u.a. Nutzungsszenarien systematisieren, Vorgehensmodelle sichten, Erprobungen umsetzen und Konzepte für die Befähigung, zur Wahrung der Sicherheit, für die Governance und für die Begleitung im Wandel bearbeiten. Die nachfolgende Abbildung zeigt die Auslegeordnung, mit der wir in die gemeinsame Arbeit gestartet sind.

Abb. 1: Auslegeordnung zur SCIL Entwicklungspartnerschaft 2026 (Bildquelle: SCIL)

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Abb. 2: Die Beteiligten beim Kick-off Workshop

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